Die Publikation Raumplanung in Deutschland – Formeller Aufbau und zukünftige Aufgaben (2007) gibt einen kompakten Überblick über das deutsche Planungssystem.
Sie beschreibt die föderale Struktur, in der Bund, Länder, Regionen und Kommunen jeweils eigene Aufgaben und Kompetenzen haben. Dabei gelten drei zentrale Prinzipien: das Subsidiaritätsprinzip (Entscheidungen sollen möglichst auf der niedrigsten Ebene fallen), die Planungshoheit der Kommunen und das Gegenstromprinzip (höhere und niedrigere Planungsebenen müssen ihre Planungen aufeinander abstimmen). Während der Bund nur einen Rahmen setzt, liegt die eigentliche Planungshoheit vor allem bei den Ländern, Regionen und Gemeinden.
Neben dieser formellen Struktur geht die Schrift auf aktuelle Herausforderungen ein: demografischer Wandel, wirtschaftliche Umbrüche und politische Veränderungen wie die deutsche Wiedervereinigung. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit, künftig stärker auf Innenentwicklung statt Außenentwicklung zu setzen, Ressourcen zu schonen, Infrastrukturen zu integrieren und neue informelle Planungsprozesse (z. B. Kooperationen, Testplanungen) einzusetzen. Damit sollen die Kommunen flexibler auf Schrumpfung, Wachstum und neue gesellschaftliche Anforderungen reagieren können.
