Ergebnisbericht Hany Elgendy, herausgegeben vom Regionalverband Ostwürttemberg, Schwäbisch Gmünd
Mit den Projekten „Flächen gewinnen in Ostwürttemberg“ (2011) und „Gewerbeperspektive Ostwürttemberg“ (2014) hat die Region Ostwürttemberg als erste Region in Baden-Württemberg eine einheitliche und umfassende Übersicht über verfügbare Siedlungsflächen geschaffen. Drei Jahre später folgte mit Raum+ 2017 Ostwürttemberg die nächste Fortschreibung, die erstmals eine durchgehende Zeitreihe der Siedlungsflächenreserven ermöglicht. Dadurch entstand die Grundlage für ein kontinuierliches Monitoring und ein gezieltes Flächenmanagement, das die 53 Städte und Gemeinden der Region in ihrer nachhaltigen Entwicklung unterstützt.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der Reserven: Zwischen 2014 und 2017 sank die Gesamtfläche von 2.447 auf 2.293 Hektar, was einem Minus von 6,5 % entspricht. Etwa 70 % dieser Flächen sind Außenreserven, rund 20 % entfallen auf Baulücken und etwa 10 % auf Innenentwicklungspotenziale. Würden alle geeigneten Flächen aktiviert, könnten rechnerisch bis zu 70.000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner in der Region Wohnraum finden. Besonders wertvoll sind dabei die Innenentwicklungspotenziale und erschlossenen Baulücken, die kurzfristig Platz für bis zu 30.000 Menschen bieten könnten.
Auch im Bereich der Gewerbeflächen zeigt sich ein kontinuierlicher Rückgang: Seit 2011 ist die Reserve um rund 13 % geschrumpft, was den Handlungsdruck für Kommunen und Wirtschaft gleichermaßen verdeutlicht. Hauptgrund für ungenutzte Flächen ist häufig das fehlende Interesse der Eigentümer, Flächen zu verkaufen oder zu bebauen.
Der Bericht macht damit nicht nur sichtbar, wie sich die Flächenreserven in den vergangenen Jahren entwickelt haben, sondern eröffnet auch Chancen. Er zeigt, wo Innenentwicklung Vorrang haben sollte, welche Reserven sich für neue Wohn- und Gewerbegebiete eignen und welche Herausforderungen durch Eigentumsstrukturen oder Planungsprozesse bestehen. Für die Region Ostwürttemberg ist Raum+ 2017 damit ein zentrales Werkzeug, um Strategien für eine nachhaltige und zukunftsfähige Flächenpolitik zu entwickeln und kommunale Entscheidungen fundiert vorzubereiten.

